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Bienenwald als Pilotprojekt

Die Stadt Oranienbaum-Wörlitz und das Landeszentrum Wald haben ein Pilotprojekt umgesetzt: Aus Laubgehölzen und Sträuchern ist auf einer Kahlschlagsfläche eine Bienenweide entstanden. Sie befindet sich am südlichen Ende der Weststraße und ist 0,7 Hektar groß. Sie gehört zu jenem knapp 25 Hektar umfassenden Teil des Stadtwaldes, auf dem rigorose fortswirtschaftliche Maßnahmen notwendig waren.

Um die Fläche wieder aufzuwerten, entschlossen sich die Kommune und das Landeszentrum, aus einem ehemaligen Kiefernbestand einen Mischwald zu formen. Dessen Besonderheit: Sämtliche Pflanzen fungieren als Bienenweide, auf der sowohl Honig- als auch Wildbienen ausreichend Nahrung finden.

Der Pflanzplan umfasst 18 verschiedene bienenfreundliche Baum- und Strauchsorten, die nach verschiedenen Voraussetzungen, Bedingungen und Blütezeiten ausgewählt und zusammengestellt wurden. Durch diesen geschickten Mix ist es realistisch, von Ende Februar/Anfang März bis in den August hinein den Bienen die Möglichkeit zu geben, den Nektar abzusammeln. Es beginnt mit der Blüte der Haselnuss, reicht über den Weißdorn (Mai), die Brombeeren (Mai bis Juli/August) und die Winterlinde (Juni/Juli) bis zur Samthaarigen Stink-Esche und die Klee-Ulme (beide Juni bis August).

Die rechteckige Fläche ist ungefähr 230 Meter lang und 30 Meter breit. Sie grenzt in unmittelbarer Nähe an ein Wohnviertel und den Neubau des Alten- und Pflegeheims des Paul-Gerhardt-Stifts. Zur Vorbereitung des Bienenwalds wurde die gerodete Fläche zunächst geräumt und dann mit einem Streifenpflug in einem Reihenabstand von zwei Metern durchgepflügt. Die Pflanzung ist an den Waldrand angelehnt.

Vorn am Weg wurden die Sträucher von klein nach groß und die Bäume zweiter sowie erster Ordnung gepflanzt. Hierbei wurde horst- bzw. truppweise vorgegangen, so dass ein Abstand von etwa 1,75 Metern gewahrt blieb. Der nun abschließend um das Areal gesetzte Zaun soll die neuen Sträucher und Bäume vor Wildtieren schützen. Das Ziel dieses Leuchtturmprojektes in Sachsen-Anhalt soll es sein, den Natur- und Artenschutz voranzubringen - Bienen sind ein wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Ökosystems - und eine themenbezogene praxisorientierte Umweltbildung zu ermöglichen.

Mit dem Oranienbaumer Bienenwald verbindet sich die Hoffnung, einen wertvollen Beitrag zu leisten, der dem fortschreitenden Bienensterben entgegenwirkt und der den Erhalt der Artenvielfalt in der Kulturlandschaft auf Wiesen und in Wäldern maßgeblich und aktiv unterstützt und nachhaltig beeinflusst. Der neue Wald wird durch das Landeszentrum Wald - konkret durch das Betreuungsforstamt Annaburg - gepflegt und verwaltet.

Die Bienenweide - nicht nur für die Kommune, sondern auch für Sachsen-Anhalt ein Pilotprojekt - soll in den kommenden Jahren von ortsansässigen Imkern genutzt werden. Darüber hinaus ist nachhaltiges Denken und Handeln in den ortsansässigen Kindertagesstätten und in den beiden Grundschulen ein Thema. Die Kinder beschäftigen sich mit Fragen, welche ihre Zukunft, die Zukunft der Menschen und die der Natur betreffen.

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