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Erbschaft oder Schenkung dem Finanzamt anzeigen


Allgemeine Informationen

Die Erbschaft- beziehungsweise Schenkungsteuer besteuert den Übergang von Vermögen auf eine andere Person im Zusammenhang mit einem Erbfall oder im Wege einer Schenkung. Der Vermögensanfall, der infolge Todes eintritt, unterliegt der Erbschaftsteuer. Die Vermögensübertragung, die auf einer Schenkung unter Lebenden beruht, unterliegt der Schenkungsteuer.

Dabei sind beide Steuerarten im Wesentlichen identisch und ergänzen sich gegenseitig. So soll die Schenkungsteuer verhindern, dass die Erbschaftsteuer durch eine Schenkung zu Lebzeiten umgangen wird.

Angesichts persönlicher Freibeträge und sachlicher Steuerbefreiungen fällt oft keine oder nur eine geringe Erbschaft- oder Schenkungsteuer an.

Zuständige Stelle

In Sachsen-Anhalt ist das Finanzamt Staßfurt zentral zuständig.

Rechtsgrundlage

Weitere Informationen

Nicht alles, was der Erbe oder Beschenkte erhält, ist steuerpflichtig. Steuerfrei bleiben beispielsweise:

  • bei Personen der Steuerklasse I Hausrat einschließlich Wäsche und Kleidungsstücke bis zu 41.000 EUR und andere bewegliche körperliche Gegenstände bis zu einem Wert von 12.000 EUR,
  • bei Personen der Steuerklasse II und III Hausrat einschließlich Wäsche und Kleidungsstücke und andere bewegliche körperliche Gegenstände bis zu einem Wert von 12.000 EUR,  
  • bis zu 20.000 EUR für Personen, die die verstorbene Person unentgeltlich oder gegen unzureichendes Entgelt gepflegt oder unterhalten haben,
  • Zuwendungen unter Lebenden zum Zwecke des angemessenen Unterhalts oder zur Ausbildung,
  • übliche Gelegenheitsgeschenke,
  • Zuwendungen zu kirchlichen, mildtätigen und gemeinnützigen Zwecken.

Wichtige Freistellungen und Verschonungsregelungen bestehen darüber hinaus für

  • den Zugewinnausgleich unter Ehegatten/eingetragenen Lebenspartnern (§ 5 ErbStG),
  • den Erwerb von vermieteten Wohnungen (§ 13d ErbStG),
  • den Erwerb von unternehmerischen Vermögen (§ 13a – 13c, § 28 Abs. 3, § 28a ErbStG),
  • die Schenkung eines sogenannten Familienheims zwischen Ehegatten/eingetragenen Lebenspartnern,
  • die Vererbung eines Familienheims an den Ehegatten/eingetragenen Lebenspartner bzw. an Kinder oder Kinder verstorbener Kinder (§ 13 Abs. 1 Nr. 4a – 4c ErbStG).

Die Einstufung in Steuerklassen (§ 15 ErbStG) ist abhängig von Ihrem persönlichen Verhältnis zur verstorbenen oder schenkenden Person.

Hier ergibt sich folgende Einteilung:

Steuerklasse I

Ehegatte/eingetragener Lebenspartner

Kinder (eheliche und nicht eheliche Kinder, Adoptiv- und Stiefkinder)

Enkel und Urenkel

Eltern und Großeltern bei Erbfällen

Steuerklasse II

Eltern und Großeltern bei Schenkungen

Geschwister und Geschwisterkinder

Stiefeltern

Schwiegerkinder und Schwiegereltern

Geschiedene Ehegatten und Lebenspartner einer aufgehobenen Lebenspartnerschaft

Steuerklasse III

alle übrigen Erwerber

Ihnen steht im Erbfall oder bei einer Schenkung ein persönlicher Freibetrag (§ 16 ErbStG) zu, dessen Höhe sich nach der jeweiligen Steuerklasse richtet. Er wird vom Wert des steuerpflichtigen Erwerbs abgezogen und beträgt bei unbeschränkter Steuerpflicht:
 

Erwerber

persönlicher Freibetrag

Ehegatte/eingetragener Lebenspartner

500.000 EUR

Kinder/Stiefkinder und Kinder verstorbener Kinder

400.000 EUR

Sonstige Enkel

200.000 EUR

übrige Erwerber in Steuerklasse I

100.000 EUR

Erwerber in Steuerklasse II

20.000 EUR

Erwerber in Steuerklasse III

20.000 EUR

Im Erbfall wird dem überlebenden Ehegatten/eingetragenen Lebenspartner und Kindern bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres zusätzlich noch ein besonderer Versorgungsfreibetrag gewährt (§ 17 ErbStG). 
 

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