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Acht Grabsteinstücke in Wörlitzer Gedenkstätte integriert

Steinmetze komplettierten den seit zehn Jahren bestehenden Erinnerungsort an den Jüdischen Friedhof

Mitarbeiter der Dessauer Steinmetzwerkstätten GmbH haben auf der Gedenkstätte des Jüdischen Friedhofs Wörlitz weitere Grabsteinstücke, die sich zuvor zum Beispiel an einem Gartenbrunnen und im Fundament einer Garage befanden, in die bereits vorhandene Erinnerungswand integriert. Es handelt sich um aussagekräftige Fragmente, die nach einem Aufruf zunächst den Weg ins Evangelische Pfarramt Wörlitz fanden, wo sie gesammelt und gesichtet wurden.

 Gemeinsam mit den Handwerkern - auch Geschäftsführer Volker Wotzlaw schaute vorbei - legte Architektin Anne-Barbara Sommer, nach deren Entwurf die Gedenkstätte an der Georg-Forster-Straße im November vor zehn Jahren fertiggestellt wurde, die genauen Positionen der Steinblöcke fest. Im Zuge der Gestaltung waren entlang der Metallwand bewusst mehrere Stellen frei gelassen worden. Diese konnten nun ausgefüllt werden. Laut Dietrich Bungeroth, Pfarrer im Ruhestand, fiel die Wahl auf insgesamt acht zusätzliche Fragmente.

 Bei ihrer Anordnung - Bruchstücke, die keine eindeutige Zuschreibung erlaubten, kamen nicht in Betracht - wurde darauf geachtet, dass die älteste Bestattung in Richtung Westen zeigt. Dort liegt auch der Eingang zur Gedenkstätte. Und wer sie künftig betritt, wird den neu hinzugefügten Stein bemerken. Er zeigt zwei geöffnete Hände - eine Haltung der Segnung, mit der die Besucher begrüßt werden.

 Am Ende des kleinen Rundgangs ist ein Stein angebracht, der mit Sternen oder Blumen versehen wurde. Auf einem weiteren der abgegebenen Stücke sind zwei Fackeln zu erkennen. Die nach unten weisenden Flammen symbolisieren das verlöschende Leben. Zudem ist der hebräischen Inschrift zu entnehmen, dass der Grabstein für eine Frau gestaltet wurde. Auf einem anderen, nicht mehr komplett erhaltenem Stein ist - durchaus überraschend - von einem Seemann die Rede.

 

 

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