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Der Klimawandel und seine Folgen

Auftaktveranstaltung in Wörlitz stieß auf gute Resonanz

Was kann die Stadt Oranienbaum-Wörlitz tun, um dem Klimawandel und seinen Folgen zu begegnen? Zur Auftaktveranstaltung, die sich dieser Frage widmete, kamen ungefähr 50 interessierte Gäste. Eingeladen in den Saal des historischen Wörlitzer Gasthauses „Zum Eichenkranz“ hatten der Gewerbeverein Wörlitz und die Stadt Oranienbaum-Wörlitz. Der Vereinsvorsitzende Michael Pirl moderierte den mehr als zweistündigen Abend.

 

Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes a. D. und Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs, warnte davor, sich ausschließlich auf die Klimaanpassung zu konzentrieren. Auch der Klimaschutz dürfe nicht aus den Augen verloren werden. Die Ausrufung eines Klimanotstands hielt er für falsch. Gleichfalls unzulässig wäre die Position, keine Schritte gegen den Klimawandel einzuleiten, weil man sich für zu klein halte. Der Stadt empfahl er die Hinzuziehung eines Klima-Managers, der nach international geltenden Maßstäben eine Bestandsanalyse vornimmt.

 

Guido Puhlmann, Leiter des Biosphärenreservates „Mittelelbe“, schilderte, dass es in Zeiten zunehmend trockener Perioden darum gehen müsse, das Gewässersystem so zu justieren, dass es das Wasser länger speichern könne. Bislang war es derart eingestellt, das Wasser schnell abzutransportieren. „Wir müssen den Schwamm möglichst lange voll halten“, sagte Puhlmann. Hier sei auch jeder, der einen Brunnen betreibe, in der Verantwortung. Insgesamt bewertete er die Situation als „nicht hoffnungslos“. Es gebe mehr Stellschrauben als man denke.

 

Brigitte Mang, Vorstand und Direktorin der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, sagte, die Entschlammung im Wörlitzer Park nach dem Dürresommer 2018 habe aktuell für einen deutlichen größeren Wasserkörper gesorgt. Zudem verbesserte sich mit der Grundräumung des Taubenhausgrabens die Fließleistung. Sie stimmte Holzmann zu, dass die Ausrufung eines Klimanotstands „ganz problematisch“ sei. Persönlich würde sie dies als Armutszeugnis empfinden. Es wäre ein Eingeständnis, keine aktiven Handlungsoptionen mehr zu besitzen. Das sei aber nicht der Fall.

 

„Ich denke optimistisch, dass wir alle was tun können“, schätzte Brigitte Mang ein. So werde bei allen Bauprojekten der Stiftung (Schloss Großkühnau, Sonderausstellungszentrum Graues Haus, künftiges Welterbezentrum im Gelben Haus) darauf geachtet, die Erderwärmung zu begrenzen. Der Bildung eines Klima-Rates für die Region stand sie aufgeschlossen gegenüber.

 

Maik Strömer (CDU), Bürgermeister der Stadt Oranienbaum-Wörlitz, griff die Anregung von Pfarrer i. R. Dietrich Bungeroth auf, nach Paten für neu zu pflanzende Bäume zu suchen. Für eine seriöse Klimapolitik sei es zudem wichtig, auf einer soliden Datenbasis konkrete Handlungsfelder zu definieren, auf denen Fortschritte zum Klimaschutz umsetzbar und messbar sind. „Es muss für alle transparent sein, wohin wir wollen“, sagte er. Der Startschuss für ein gemeinsames strategisches Vorgehen sei ausgelöst.

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